-Tu Huus |-Jjudden Daag |-Quasselbude | Anno Driet in de Pief |-Dat ha'm woer jeer |-Die Lue von Min Kempe

-• Straßen -• Hist.Gebäude
-• Kirchen Literaturhinweise:
(*1) Walther Föhl, Wasserumwehrte Häuser und feste Höfe im Kreisgebiet Kempen-Krefeld, in: Archäologische Funde und Denkmäler des Rheinlandes. Kreis Kempen-Krefeld, Düsseldorf 1972, S. 96 – 120, hier S. 107.

(*2) Jakob Hermes, Die Eroberung Kempens 1642 und die siebenjährige Besetzung, in: Heimatbuch des Kreises Viersen 31 (1980), S. 72 – 82 = Jakob Hermes, Das alte Kempen. Eine Stadt im Spiegel der Jahrhunderte, Krefeld 1982, S. 24 – 28; Heike Preuss, Garnison und wüste Plätze – Geschichte Kempens während und nach dem Dreißigjährigen Krieg, in: Campunni – Kempen. Geschichte einer niederrheinischen Stadt. Aufsätze. (Schriftenreihe des Kreises Viersen 39.2), Viersen 1993, S. 179 – 207.

Kempen in alten Ansichten – eine Zeitreise mit den Augen
von Hans Kaiser
Kempen ist eine alte Stadt mit einer reichen Geschichte. Von ihrer Silhouette sind im Laufe der letzten drei Jahrhunderte sechs Abbildungen angefertigt worden. Sie machen uns die Entwicklung unseres Heimatortes deutlich.

Bild 1: Ansicht von Haus Velde und der Stadt Kempen 1642

1. Hilfe – die Hessen kommen!
Eine Teilansicht der Stadt Kempen aus dem Jahre 1642 bietet der Kupferstich: „Beschreibung des Treffens/welches den 17. Januarii 1642 zwischen deß Keys. Herrn General Lamboy Exell. Corpo und den Hess: und Weymarische Völckern bey Hückelsmey in der Kemper Landwehr vorgegangen.“
– Das Original hängt im Barocksaal der Burg Linn hinter Glas und Rahmen.

31. Januar 1642:
Von der Stadtmauer aus beobachten die Kempener, wie das 8.000 Mann starke Heer der Hessen, Franzosen und Weimarer von Willich und Vorst auf ihre Stadt zumarschiert. Die Feinde rücken über die alte Heerstraße an, die damals noch Neusser Straße hieß und heute den Namen Vorster Straße(Abb. links) trägt.
Auf diesem Bild kommen sie allerdings aus der falschen Richtung – von Nordwesten. Beeindruckend ist nicht so sehr die Ansicht des damaligen Kempen, von dem nur die Kirche (Abb. rechts), die Heiliggeistkapelle, (an der linken Bildseite), und das erste Fran­zis­ka­ner­klos­ter(Abb. unten) mit seinem Turm (rechte Bildseite) zu erkennen sind, als vielmehr der Anblick der Festung Haus Velde/Schmalbroich,(letzte Abb. unten rechts) die die Grenze zwischen dem kurkölnischen Amt Kempen und dem Herzogtum Geldern hütete.
1570 wurde der Adelssitz, ein Lehen des Kölner Erzbischofs, mit starker Au­ßen­be­fes­tigung, Torturm und Bastionen zur Grenzfeste zwischen dem kurkölnischen Amt Kempen und dem Herzogtum Geldern ausgebaut. (*1)

1.1. Der geschichtliche Zusammenhang
Lit.: Jakob Hermes, Die Eroberung Kempens 1642 und die siebenjährige Besetzung(*2)

1.2. Die Details
Der Kupferstich verdeutlicht uns den Anblick des feindlichen Heerwurms. Ganz oben, vor der nördlichen Kempener Mauer, sehen wir das Zeltlager der Belagerer (in Wirklichkeit lag es im Süden hinter dem heutigen Hessenring). Etwa in der Bildmitte, vor der Zinnenmauer von Haus Velde (Foto) , haben sich Fuhrknechte, Pferde und Wagen postiert; das ist der Tross, der Zelte, Lebensmittel und Beute transportiert.

Am unteren Bildrand marschieren die Soldaten, in viereckige Kolonnen eingeteilt. Ihre Waffen sind entweder Piken, die wie ein Wald nach oben ragen, oder Musketen. Entsprechend werden die Landsknechte Pikeniere oder Musketiere genannt.
- Um mit der Pike zuzustoßen, braucht man weniger Kenntnisse, als wenn man mit einer Feuerwaffe schießt. Die Pike galt als die Waffe mit dem geringsten Ansehen; noch heute sagen wir: “Er hat von der Pike auf gedient", um auszudrücken, dass jemand in seinem Beruf ganz unten angefangen hat.
"Hessen" und "Weimarer" - das ist eine irreführende Bezeichnung. In Wirklichkeit kamen diese Söldner aus aller Herren Länder. Man hatte sie zusammengetrommelt, das heißt: Ein Werbeoffizier, der von einem Trommler begleitet durchs Land zog, hatte ihnen einige Taler Handgeld gegeben und sie in den Dienst seines Landesherrn gestellt. Lesen Sie hier weiter >>


Die offizielle Website der Stadt Kempen finden Sie HIER!