-Tu Huus |-Jjudden Daag |-Quasselbude | Anno Driet in de Pief |-Dat ha'm woer jeer |-Die Lue von Min Kempe


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Werke

Pohl, Michael Joseph (Hg.), Thomae Hemerken a Kempis canonici regularis Ordinis S. Augustini opera omnia, Freiburg i.B. 1902-1922.

Hardick, Lothar (Hg.), Thomas von Kempen. Nachfolge Christi, nach der Übersetzung von Wendelin Meyer 1959, Kevelaer 1987, Neuauflage Kevelaer 2007.

Kröber, Walter (Hg.), Nachfolge Christi, nach der Übersetzung von Johann Michael Sailer 1792, Stuttgart 1954, Neuauflage Stuttgart 2005.
Literatur

Bodemann, Ulrike/Staubach, Nikolaus (Hg.): Aus dem Winkel in die Welt. Die Bücher des Thomas von Kempen und ihre Schicksale, Frankfurt a.M. 2006.

Iserloh, Erwin, Thomas von Kempen und die De­vo­tio mo­der­na, Bonn 1976.

Janowski, Hans Nor­bert (Hg.), Geert Groo­te, Thomas von Kempen und die De­vo­tio Mo­der­na, Ol­ten/­Frbrg. i.B. 1978.

Ons geestelijk erf 77 (2003), Heft 1-2 (Themenheft‚ Thomas a Kempis’).

Seit seiner Errichtung, 1901, (gestaltet von dem Aachener Bildhauer Lambert Piedboeuf) ist das Tho­mas-Denk­mal auf dem Kirch­platz be­hei­matet und war schon seit An­be­ginn An­zieh­ungs­punkt für vie­le Gläu­bige Der Kirchplatz ist inzwischen umbenannt in "An St. Marien".
An Nr. 11 soll das Elternhaus von Thomas Hemerken gestanden haben.
Verschiedene Großansichten alter Photos des Thomas-Denkmals: KLICK

Thomas von Kempen (1380 – 1471)
Der Name Thomas von Kempen ist unzertrennbar mit der Stadt am Niederrhein verbunden.
So sehen das auch wohl die Kempener, die sich die Bewahrung des Andenkens ihres größten Sohnes zur besonderen Aufgabe gemacht haben. Sie nennen Kempen die „Thomasstadt“.
Das Gymnasium Thomaeum trägt seit 300 Jahren seinen Namen. Als das Gymnasium in der Burg untergebracht war, stellte man sein lebensgroßes Standbild in eine Nische hoch über dem Burgportal, von wo aus es noch heute auf die Stadt blickt: Thomas ist damit die „höchstgestellte Persönlichkeit Kempens“.
Der Kempener Thomas-Verlag gibt in seiner Tradition Bücher heraus, und das Stadtmuseumverwahrt die Erinnerungen an ihn in einer eigenen Abteilung. Seit 1901 ist er seinen Nachfahren auch in bronzener Überlebensgröße gegenwärtig – auf seinem Denkmalpodest an der Propsteikirche St. Mariae Geburt mit seinem berühmten Buch in der Hand.
Wer war dieser Thomas von Kempen? Er war nicht etwa Spross einer adeligen Familie, sondern nannte sich nach seinem niederrheinischen Geburtsort – ein bei Mönchen und Gelehrten im Mittelalter vielfach geübter Brauch. „Bürgerlich“ hieß er Thomas Hemerken oder Hamerken. Man deutet das als einen Hinweis auf den Beruf und das Werkzeug seines Vaters, in dem man einen Kupferschmied vermutet. Auch wann Thomas geboren ist, weiß man nur ungefähr: zwischen dem 29. September 1379 und 24. Juli 1380. Dagegen ist man einigermaßen sicher, dass seine Eltern in Kempen am Kirchplatz wohnten – dort, wo heute an dem Haus Nr. 11 eine Plakette ist und sein Denkmal steht.
Mit 13 oder 14 Jahren schickten ihn seine Eltern zu seinem älteren Bruder Johannes nach Deventer in den Niederlanden, der dort Augustiner-Chorherr bei der Windesheimer Kongregation war. In Deventer besuchte Thomas als Stipendiat die Stadtschule, die nach heutigen Begriffen in etwa einer Hochschule gleichkam.
1399 folgte er seinem Bruder nach Zwolle. Johannes war dort erster Prior des neu gegründeten Klosters St. Agnetenberg geworden. Thomas wurde Ordens- Novize. 1406 legte er seine Gelübde ab. 1414 erhielt er die Priesterweihe.
Mit nur kurzer Unterbrechung verbrachte Thomas fortan sein Leben auf dem Agnetenberg, verfasste selber Schriften oder wirkte als „Abschreiber“ von Texten, darunter auch der Bibel – vor der Er­fin­dung der Buch­drucker­kunst die ein­zige Ver­viel­fäl­ti­gungs­mög­lich­keit. Ins­ge­samt gibt es 40 Buch­titel, die ihm „zu­ge­schrie­ben“ wer­den. Fast alle sind in la­tei­ni­scher Spra­che verfasst. Die meis­ten stam­men ein­deu­tig von ihm selbst. Da­zu ge­hö­ren Bio­gra­phien, die Klos­ter­chro­nik und sei­ne Pre­dig­ten.
Die „Imitatio Christi“ – „Nachfolge Christi“ ist sein bedeutendstes Werk. Das er sich darin nicht als Verfasser nennt und das Buch alle seine anderen Werke weit überragt, hat zwar Jahrhunderte später den Urheberstreit ausgelöst. Aber seit dem 16. Jh. Ist die „Nachfolge“ mit seinem Namen verbunden.
Diesen Titel hat das um 1425 entstandene Buch vom einleitenden Zitat aus dem Johannes-Evangelium:
„Wer mir nachfolget, der wandelt nicht im Finstern, spricht der Herr.“
Das Thema ist in vier Traktaten – Kapiteln – abgehandelt. Ihre Überschriften sind: Ratschläge zu einem geistlichen Leben – Mahnungen zu einem Leben der Innerlichkeit – vom inneren Troste – Vom heiligen Sakrament.
Es sind Lebensweisheiten, die Thomas aus einer tiefen Frömmigkeit heraus seinen Lesern vermittelt, allgemein gültig und lebendig beschrieben. Nicht von ungefähr findet man deshalb auch im Kempener Kramermuseum Übersetzungen aus aller Herren Länder.
Thomas von Kempen wurde 91 Jahre alt. Am 25. Juli 1471 beschloss er sein langes und erfülltes Klosterleben. Seine Reliquien befanden sich bis 2006 in der Michaeliskirche in Zwolle. Seine neue Ruhestätte ist nun die Basilika Unserer Lieben Frau.

Im folgenden Zitate aus der „Nachfolge Christi“, ein Werk, das lange Zeit neben der Bibel weit ver-
breitet war. Über 500 Jahre sind sie alt und doch
so jung und aktuell wie eh und je. Thomas von Kempen (lat. a Kempis) hat sie geschrieben.
Das ist unstreitig. Ob er sie allerdings auch
erdacht hat, ist im Streit – mit leichten Vor-
teilen für seine Urheberschaft.
Wenn du willst, dass andere dich ertragen, so ertrage du sie zuerst. Es gibt Menschen, die dauerhaften Frieden mit sich selbst haben und auch mit anderen in Frieden leben. Es gibt aber auch Menschen, die weder in sich Frieden haben, noch andere in Frieden lassen. Sie sind anderen lästig, aber sich selbst noch mehr.
– II. Buch. Kapitel 2+3 –
Gott, der Ewige und Unermessliche, dessen Allmacht ohne Grenze und dessen Liebe über alles Begriffe ist, wirkt große und unerforschliche Wunder im Himmel und auf Erden, und seine wundervollen Werke vermag kein forschender Verstand zu ergänzen. Denn währen die Werke Gottes nur so groß, dass menschliche Vernunft sie begreifen könnte, so währen sie nicht wunderbar, nicht unaussprechlich zu nennen.
– IV. Buch. Kapitel 18 –

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