-Tu Huus |-Jjudden Daag |-Quasselbude | Anno Driet in de Pief |-Dat ha'm woer jeer |-Die Lue von Min Kempe

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-• Kirchen Literaturhinweise:
(*1) Veröff­ent­li­chun­gen in: G. Terwelp, Die Stadt Kempen im Rheinlande, Bd. 1, 1894, vor S. 1; Neuabdruck in: Arnold-Chor Kempen, Festbuch, Kempen 1977, Umschlag.

(*2) Jakob Hermes, Eine Stadt erzählt. Ernste Geschichten und heitere Anekdoten aus Kempen, Krefeld o. J., S. 111).

Kempen in alten Ansichten – Teil III
von Hans Kaiser

Kempen im Dornröschenschlaf wurde von Peter Anton Klöckner gestaltet. (*1)

4. Das verfallende Kempen um 1700
1659 wurde erstmals das kurkölnische Amt Kem­pen ver­messen. Man wollte eine Be­mes­sungs­grundlage für die Steuer haben. Dabei entstand eine große Karte, die "De­li­ne­atio des Amts Kempen." (Abb.: Ausschnitt mit Kempen)

Zu dieser Darstellung, die wohl den morbiden Charme einer Stadt darstellen soll, die bis 1670 ihre tüchtigen evangelischen Mitbürger vertrieben hatte und dann in Stagnation versank, ist, was das Bild angeht, nicht viel zu sagen. Um so mehr zum historischen Hintergrund
Die katholische Gegenreformation, die nach 1615 ihren Höhepunkt erreichte, ist in ihren Aus­wir­kungen in Kempen noch heute zu spüren.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahr­hunderts war die Thomas­stadt dem alten Glauben gänzlich zurück ge­won­nen – um den Preis der Austreibung ge­schäfts­tüchtiger Kaufleute und geschickter Hand­werker. Eine jahrhundertealte Tradition von Hand­werk, Handel und Gewerbe brach ein.
Kempen, einst geistiges und wirtschaft­li­ches Zen­trum zwischen Rhein und Niers, blieb Acker­städt­chen lange ins 19. Jahrhundert hinein und wurde von seiner aufgeschlosseneren Nach­bar­stadt Krefeld weit überflügelt. Klöckner hat das am Anblick der verfallenden Mauern deutlich zu machen versucht. 1773 wurden sie abgerissen.
1642 zwang die hessische Besatzung die Kem­pener, diese Erdschanze vor der Burg auf­zuwerfen. Die heutige Ringstraße (Abb. rechts) zeichnet ge­nau den damals davor liegenden Was­ser­graben nach.
Der Handelslehrer Peter Anton Klöckner war von 1853 bis 1932 erster Kempener Stadtarchivar und gab 1923 den dritten Band der von Terwelp begonnenen Kempener Stadtgeschichte heraus. (Zu seiner Biographie vgl. (*2)
Klöckner war, wie so ziemlich alle seine Mitbürger damals, erzkonservativ, streng katholisch, ja sogar ultramontan – d.h. im Kampf des preußischen Staates mit der katholischen Kirche stand er fest im Lager der päpstlichen Partei, die jenseits der Berge (gemeint sind die Alpen) saß. Trotzdem zeichnete er die Borussica als Schutzherrin der um 1700 noch kurkölnischen Stadt Kempen.
Preußisch wurde der Niederrhein zwar erst ab 1814. Aber spätestens seit der Reichsgründung 1871 fühlte man auch in der erzkatholischen Stadt vaterländisch-preußisch.

Kempens erster Stadtplan, um 1820. Das Gemeinwesen stagniert innerhalb der mittelalterlichen Mauern.
Immer noch im Zentrum:
Die Pfarrkirche, hier um 1860. Ölgemälde Wilh. Urban. (Zur Seite Kirche)
Kempens Burg um 1870.
(Zur Seite Burg)

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